UNTERNEHMENSNACHFOLGE BEI KMU. DAS SIND DIE GRÖSSTEN FEHLER

 

Gemäss einer Studie von Bisnode D&B haben gut 75‘000 KMU ein Nachfolgeproblem

Ein Generationenwechsel bei kleinen und mittleren Unternehmen ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Will ein Unternehmer, wie vorgesehen, mit 65 Jahren in den Ruhestand treten, muss er spätestens 5 Jahre zuvor mit der Unternehmensnachfolgeplanung beginnen. Gelingt es ihm nicht eine Nachfolge rechtzeitig aufzugleisen, kann es im schlimmsten Fall zur Liquidation der Firma kommen. Bestehende Arbeitsplätze, Know-How und Kapital gehen verloren.

Laut der diesjährigen Nachfolge-Studie „KMU Schweiz 2017“ von Bisnode D&B müssen in den kommenden fünf Jahren 74‘744 kleinere und mittlere Unternehmungen in der Schweiz an eine neue Generation von Besitzern übergeben werden. Dies entspricht 13.9% aller Unternehmungen. Dabei unterscheiden sich die Zahlen je nach Rechtsform der KMU. Bei den Einzelfirmen stellen 20.6% aller Unternehmungen ein Nachfolgeproblem fest. Aktiengesellschaften (14.5%) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (7.3%) sind weniger stark von dem Problem betroffen.

 

Diese Fehler sollten KMU Besitzer bei der Unternehmensnachfolge vermeiden

  1. Die Unternehmensnachfolge zu spät angehen:

Eine ideale Nachfolgeplanung braucht genügend Zeit. Die Planung der Unternehmensnachfolge startet vorteilhaft drei bis fünf Jahre im Voraus, wenn der Firmeninhaber noch längst nicht an den Ruhestand denkt. Denn eine Unternehmensnachfolge ist nicht nur für die Zukunft der Firma von Wichtigkeit, sondern wirkt sich, je nach Art der Nachfolge, auch auf die momentane Investitionsbereitschaft aus.

 

  1. Potenziale ungenutzt verstreichen lassen:

Mit dem Generationenwechsel an der Spitze eröffnen sich für die KMU ebenfalls zahlreiche Chancen. Insbesondere grosse Veränderungsschritte, die beispielsweise im Bereich der Digitalisierung anstehen, können unter neuer Führung mit frischen Schwung angegangen werden.
Doch trotzt der für Innovationen vorteilhaften flexiblen Strukturen und flachen Hierarchien in den KMU, zeigt die Erfahrung, dass die Potenziale oftmals ungenutzt bleiben.

 

  1. Den Wandel selbst stemmen wollen:

Ein Wandel zum Unternehmen der Zukunft gelingt nur durch Zusammenarbeit. Häufig wollen externe Nachfolger Veränderungen in der Firma zu schnell durchsetzen. Oftmals vergessen sie dabei die Wichtigkeit die Mitarbeiter für die Veränderungsschritte mit an Bord zu haben. Als neuer Inhaber ist es empfehlenswert, sich Zeit zu nehmen, um im Unternehmen anzukommen und sich mit dem Unternehmensklima vertraut zu machen. Somit kann leichter festgestellt werden in welchen Bereichen die Sensibilität der Mitarbeiter für Veränderung besonders hoch ist.

Eine Studie der deutschen Commerzbank zeigt, dass KMU von einer heterogenen Geschäftsleitung mit einer durchmischten Altersstruktur und unterschiedlich langer Betriebszugehörigkeit profitieren. Junge Nachfolger und Führungspersonen unter 40 Jahren treiben unternehmerische Zukunftsprojekte voran und versprühen eine Art Gründermentalität im Unternehmen.

 

  1. Den Bedarf an Beratung und Finanzierung unterschätzen:

Der Beratungs- und Finanzierungsaufwand steigt mit der Komplexität der Übergabesituation an. Für eine gezielte Gestaltung des Wandels empfiehlt es sich, auf das Wissen von erfahrenen Nachfolgespezialisten zurückzugreifen. Häufig lohnt es sich auch zusätzliche Expertise von Steuerberatern, Rechtsanwälten oder M&A-Spezialisten beizuziehen.

Ebenfalls soll bei einer Übergabe darauf geachtet werden, dass eine auf den Übertragungsweg abgestimmte Finanzierungslösung gewählt wird. Nebst dem echtem Eigenkapital von neuen Inhabern oder klassischen Bankkrediten, gibt es alternative Finanzierungslösungen wie Factoring oder öffentlich geförderte Darlehen, welche eine positive Wirkung auf die Zinslast haben können.

Zudem soll besonders darauf geachtet werden, dass genügend liquide Mittel für die geplanten strategischen Neuausrichtungen des KMU bereitstehen.

 

 

Über die Studie

Für die Studie „Nachfolge KMU Schweiz“ hat die Bisnode D&B Schweiz AG über 530’000 kleine und mittlere Unternehmen (bis maximal 249 Mitarbeiter) in der Schweiz analysiert.

 

 Bildquelle: Fotolia/artitcom