TURNAROUND-FACTORING: DER INSOLVENZ RECHTZEITIG UND ERFOLGREICH BEGEGNEN

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Wie Unternehmen sich mit einem klugen Finanzierungskonzept und schneller Liquidität aus einer Schieflage befreien können.

Trotz eines gegenläufigen Trends in Westeuropa, rechnet die Euler Hermes Insolvenzprognose für das Jahr 2016 in der Schweiz mit einem leichten Anstieg der Insolvenzen (+1 Prozent). Bereits 2015 mussten laut dem Bundesamt für Statistik 6012 Unternehmen in der Schweiz Insolvenz beantragen. Dies entspricht einem Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der aussergewöhnliche Anstieg ist auf die anhaltende Stärke des Schweizer Frankens zurückzuführen. Dieser verringert die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen und schmälert ihre Gewinne.

Besonders davon betroffen sind der Exportsektor, das verarbeitende Gewerbe, der Dienstleistungssektor sowie das Baugewerbe. Eines haben diese Branchen gemeinsam: Sie haben traditionell lange Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen und sind häufig von Zahlungsausfällen betroffen. Solche führen in den Unternehmen zu gefährlichen Liquiditätsengpässen, welche diese bis in die Insolvenz treiben können.

 

Turnaround-Factroing: Liquiditätsmanagement in der Krise und Insolvenz rechtzeitig begegnen

Gerät ein Unternehmen in die Krise ist ein Turnaround zunächst das primäre Ziel. Zu Beginn stehen Massnahmen der Liquiditätssicherung im Vordergrund, später werden Massnahmen zur Sanierung oder Kosteneinsparung vollzogen. Die zentrale Herausforderung in einer Turnaround-Situation oder Sanierung bleibt dabei meistens die Sicherstellung von ausreichenden liquiden Mitteln.

In solchen Situationen bietet Factoring die Möglichkeit, offene Forderungen sofort in Liquidität umzuwandeln. Dieser und weitere Vorteile verhalfen dem Factoring in den vergangenen Jahren zu einer wachsenden Bedeutung als leistungsstarkes Instrument bei der Unternehmensfinanzierung.

Im spezifischen Fall einer Unternehmenskrise kommt das sogenannte Turnaround-Factoring zur Anwendung. Hierbei unterstützt das Factoring-Institut  das Unternehmen nicht nur bei der kurzfristigen Bereitstellung liquider Mittel, sondern auch bei der Auswahl der Neukunden und der Überwachung der bestehenden Debitoren. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt des Factorings ist dabei der Schutz von Forderungsausfällen.

Von den Vorteilen des Factorings  in Unternehmenskrisen sprechen auch die Autoren Peter Faulhaber und Hans-Joachim Grabow (Turnaround-Management in der Praxis, 2009): „Wir haben gerade in Situationen mit enger Liquidität die Erfahrung gemacht, dass Factoring-Institute zu Vertragsabschlüssen bereit waren, während die Banken keine Kreditlinienausweitungen gewährten“.

Gerade in wirtschaftlich angespannten Situation, Sanierungs- und Restrukturierungsphasen kann Turnaround-Factoring helfen, wieder Liquidität zu erlangen und ein Turnaround wirkungsvoll und effizient zu begleiten.

 

Bildquelle: Fotolia/alphaspirit